UmBAUgeflüster November 2020 

Fluchtwege offen halten – refugees welcome – #LeaveNoOneBehind

Über die Situation der Geflüchteten auf Lesbos war kurzzeitig viel zu hören und zu lesen, als Anfang September ein Feuer große Teile des Lagers Moria zerstört hat und tausende Menschen auf der Straße ausharren mussten. Schnell war dieses bedrückende Thema aber auch wieder aus den deutschen Medien verschwunden. Wir haben uns daher entschlossen, wenigstens in dem öffentlichen Raum vor unserem Haus mit Transparenten daran zu erinnern, dass die katastrophale Lage auf Lesbos nach wie vor andauert und die EU-Staaten sich ihrer Verantwortung zum Handeln weiterhin entziehen.
Um die Arbeit der Helfer*innen vor Ort zu unterstützen, haben wir außerdem Spenden gesammelt und können nun 750,00 € weitergeben. Das Geld wird an Medico international gespendet. Medico arbeitet mit der lokalen griechischen Organisation „Stand by me Lesvos“ zusammen, aber auch mit mehreren Selbstorganisationen von Geflüchteten („Moria Corona Awareness Team“, „Moria White Helmets“ und „Moria Academia“).

 Mit #LeaveNoOneBehind fordern wir daher: Evakuieren statt Ignorieren!
„Die Coronakrise steht derzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bestehen andere Krisen jedoch fort und werden durch die Pandemie und die Maßnahmen zur ihrer Eindämmung teilweise noch verstärkt. Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten sind Zeugen und Gradmesser dieser Krisen. Ein paar Wochen lang richtete sich die mediale Aufmerksamkeit auf rund 12 000 von ihnen, die auf Lesbos im Elend lebten. Die Situation auf den griechischen Inseln ist nach wie vor desolat und darf nicht in Vergessenheit geraten, doch das gilt auch für andere Regionen, in denen Menschen auf der Suche nach Schutz und Teilhabe stranden. (…)
Wenn Deutschland und die EU es ernst meinen mit der Minderung von Fluchtursachen, müssen sie die demokratischen Kräfte in Herkunftsländern wie Mali und Sudan unterstützen und nicht diejenigen, die sie unterdrücken. Und wenn Protestierenden nur noch der Weg ins Exil bleibt, dürfen die Grenzen nicht geschlossen sein. Sämtliche Deals, die darauf zielen, Flucht und Migration nach Europa um jeden Preis zu verhindern und Abschiebungen in Kriegs- und Krisenregionen zu erleichtern, sind menschenrechtlich nicht vertretbar.“ (Ramona Lenz; Medico international)
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Straße für alle: Runter vom Gas!

Unter diesem Motto zogen am 29.10.2020 vor den Häusern der gemeinschaftlichen Wohnprojekte SWK und umBAU² Turley in der Fritz-Salm-Straße den ganzen Tag über Kinder ihre Kreise. Warnschilder wurden gebastelt und aufgestellt, vorbeifahrende Autos wurden freundlich, aber nachdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich in diesem Bereich der Fritz-Salm-Straße um eine verkehrsberuhigte Zone handelt, in der lediglich mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Ein Fahrradparcours, der rege in Anspruch genommen wurde sowie Straßenmalaktionen und Spiele mit gebührendem Abstand machten den Autofahrern unmissverständlich klar, dass hier die Straße allen gehört und vor allem die Stärkeren Rücksicht auf Fußgänger und spielende Kinder nehmen müssen. Des Weiteren verteilten die Kinder gelbe Karten für Autos, die in ihren Spielbereichen abgestellt wurden, statt auf den deutlich ausgewiesenen Parkplätzen. Die Aktion wurde größtenteils sehr positiv aufgenommen und es wurde deutlich, dass sich viele Durchfahrende gar nicht darüber im Klaren sind, dass es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handelt. „Jetzt wissen sie es und hoffentlich halten sie sich zukünftig daran“, so die Aussage eines teilnehmenden Kindes. Klar ist jedoch auch: Die Stadt Mannheim ist in der Pflicht, durch entsprechende bauliche Veränderungen dafür zu sorgen, dass Fußgänger und spielende Kinder vor Unfällen geschützt werden und dass der Spielbereich der Kinder nicht durch wild parkende Autos eingeschränkt wird. Die Kinder haben sich fest vorgenommen, in weiteren Aktionen ihren Anspruch auf Sicherheit und ausreichende Spielfläche mit Nachdruck zu äußern, damit die Fritz-Salm-Straße auch wirklich eine „Straße für alle“ wird.
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11 Millionen Personen zahlen bundesweit mehr als 40% ihres Haushaltseinkommen für Miete

In Mannheim ist die Durchschnittsmiete seit 2012 um 33% auf 8,37€ gestiegen (bedarf noch der Zustimmung des Gemeinderats).
Trotz innovativer und zukunftsweisender klimaschonender Gebäudetechnik können wir seit unserem Einzug 2016 die Kaltmiete auf 8,50€ halten. Damit liegen wir ca. 3€ unter der ortsüblichen Vergleichsmiete und als hochwertiger, gelobter und ausgezeichneter Neubau nur noch 13Cent über der neuen Mannheimer Durchschnittsmiete.
Möglich ist das durch das selbstverwaltete Bauen nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats: das heißt gemeinwohlorientiert, ohne Rendite und startfinanziert durch Direktkredite aus der Bürger*innenschaft. Das bietet einerseits eben dauerhaft bezahlbare Mieten, gleichzeitig wird damit auch ein möglicher Ansatz aufgezeigt, wie im Zuge des Klimawandels sich die Gebäudestruktur kostenneutral für die MieterInnen verändern lässt. Last not least unverkäuflich, von dauerndem Nutzen für die in Mannheim zur Miete wohnenden Bevölkerung.
Es ist vor dem Hintergrund dieser erfolgreichen Zahlen und Vorteile unerklärlich, warum das Modell des Mietshäuser Syndikats in Mannheim nicht mehr Förderung erfährt. Erst im Frühjahr musste auf Spinelli das Projekt MAvanti zurückziehen, unter anderem wegen unklarer Förderbedingungen. Mit dieser Konzeptvergabe zwingt die Stadt die Projekte gleichzeitig in teure und risikoreiche Vorfinanzierungen. So konkurrieren die Projekte des Mietshäuser Syndikat in Mannheim mit ganz normalen finanzstarken Investore*innen: Wir müssen uns also messen mit Spekulant*innen, die im schlimmsten Fall schon mit dem Baugrund spekulieren, ohne das überhaupt gebaut wurde. (siehe Turley Baufeld 4+5)
In anderen Gemeinden hat mehr Zukunft angefangen. Beispielsweise in der Stadt Frankfurt ist man hier schon ein Stück weiter: hier müssen 15% des städtischen Baulandes an gemeinwohlorientierte sozial vermietende Genossenschaften oder Mietshäuser Syndikate gehen! Zudem werden diese Flächen entwickelt von einem engagierten Beraterverein, die Stadt trägt die Personalkosten. Vielleicht guckt ja Mannheims neuer Baubürgermeister mal nach Hessen.

Treffpunkt

Seit einigen Wochen ist unsere Hausgemeinschaft stolze „Zurverfügungstellerin“ einer wunderbaren Sitzbank.
Auf die Idee kamen wir, weil Passanten bei Gesprächen das Fehlen eines schönen Platzes zur Rast  bemängelt hatten.

 Wir beschlossen deshalb der Allgemeinheit eine Holzbank zu Verfügung zu stellen. Das hat sich gelohnt. Sie ist ist ein Treffpunkt für viele Menschen aus dem Viertel geworden.

Mehr Projekte des Mietshäuser Syndikats

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Die 3 MHS Projekte in Mannheim: links der Altbau 13ha Freiheit, weiß mit roten Läden rechts daneben: SWK und rechts davon umBAU² Turley

Sollten Sie die Realisierung von weiteren Projekten des MHS notwendig und unterstützenswert finden und noch nach einer sinnvollen Geldanlage suchen: werden Sie Direktkreditgeber:in von ESPERANZA auf dem Franklingelände oder dem COLLEGIUM ACADEMICUM in Heidelberg. ­ ­ ­ ­ ­ ­

Auch uns können Sie einen Direktkredit geben. Informationen dazu geben wir gerne persönlich!

Kontakt:
Cilli Bauer
cilli.bauer@umbau-turley.de
Simon  Glockner 
simonbz75@hotmail.com
Tel: 0621- 43622309 ­