Organisation

Unser Haus wird von der Ende Oktober 2013 gegründeten Turley Umbau² GmbH gebaut.

Die GmbH hat zwei Gesellschafter:

  • unser Hausverein, dem alle Mieter und Mieterinnen angehören: UmBAU² Turley e.V.
  • die Mietshäuser Syndikat GmbH aus Freiburg: eine Beteiligungsgesellschaft, die bundesweit 88 Hausprojekte und 26 Projektinitiativen miteinander verbindet. Das Stimmrecht des Syndikats bezieht sich allerdings nur auf Angelegenheiten wie Hausverkauf, Zukauf, Umwandlung in Eigentumswohnungen o. ä, um eine Art Kontroll- und Wächterfunktion zu ermöglichen. Durch sein Vetorecht kann es eine Reprivatisierung und Vermarktung der Häuser blockieren. In allen anderen Angelegenheiten ist das Hausprojekt autonom.

Geschäftsführer der GmbH sind Simon Bartl-Zuba, Günter Bergmann, Cornelia Wrage

Badische Zeitung vom 23.03.2013- Wie funktioniert die Hausbesitz GmbH

 

Selbst gestalten und selbst verwalten

Ziel der GmbH ist es, ein Haus zu bauen und in Selbstorganisation zu verwalten, das nie mehr Gegenstand von Spekulationen auf dem Immobilienmarkt werden kann. Dies ist dadurch sichergestellt, dass die Mietshäuser Syndikat GmbH niemals einem Verkauf des Hauses auf dem Immobilienmarkt zustimmen wird.

Die Bewohner und Bewohnerinnen des Hauses sind und bleiben also Mieterinnen und Mieter – das Haus selbst gehört der GmbH. Weil die Mieterinnen und Mieter aber gleichzeitig Mitglieder des GmbH-Gesellschafters UmBAU² Turley e. V. sind, gestalten und verwalten sie ihr Wohnen und Leben im Haus selbst.

 

Bedeutung für Mannheim

Es entsteht günstiger nachhaltiger Wohnraum, der der Spekulation entzogen ist. Nach der Abzahlung der ersten Kredite wird die Miete statt teurer immer günstiger und sich schließlich bei ca. 80% der ortsüblichen Vergleichsmiete einpendeln.

Mehr dazu erklärt folgender Film. Einfach statt Berlin an Mannheim denken:

RBB-Beitrag vom 19.09.14: Mietshäusersyndikatprojekt in Berlin

Weitere Erklärungen und Beispiele:

Syndikat gegen teures Wohnen: Vereint gegen die Miethaie
Mietshäuser Syndikat – Erklärstück mit der Maus
Mietshäuser Syndikat: Geschichte wird gemacht

 

Der Solidarfond der Projekte des Mietshäuser Syndikats

Mit unserem Haus entsteht für uns – die Mieter – heute ein schönes Haus und für Mannheim sehr günstiger Wohnraum. Aber mit unseren Mieten finanzieren wir auch die Entstehung von weiterem dem spekulativen Markt entzogenem Wohnraum.

Denn jedes Projekt des MHS, das den Hauskauf erfolgreich hinter sich gebracht hat, beginnt mit einem Betrag von 10 Cent je Quadratmeter Nutzfläche im Monat, der jährlich um 0,5% der Vorjahreskaltmiete ansteigt. Sofern die Miete 80% einer ortsüblichen Miete übersteigt, kann die Steigerung des Solidarbeitrags ausgesetzt werden.

Der Solidarfonds ist ein Sondervermögen, das vom Mietshäuser Syndikat verwaltet wird. Daraus wurden in den vergangenen Jahren Stammeinlagen des Syndikats an neuen Hausbesitz-GmbHs, Infrastrukturkosten und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, sowie Beratungs- und Anlaufkosten von Projektinitiativen finanziert. Zudem konnten bei Finanzierungslücken teilweise Kredite gewährt werden.

Die Miete in unserem Haus wird also trotz irgendwann abgezahlter Kredite nie bei 0 € liegen, aber mit 80% der ortsüblichen Miete trotzdem sehr günstig sein! Auf der anderen Seite entsteht bundesweit durch mittlerweile über 80 Projekte in 10, 20, 30 Jahren ein Kapital von Unten, mit dem dann noch viel leichter die für unsere Projekte schwierige Startphase gemeistert werden kann.